Die Landwirtschaft im Murimoos

Der Landwirtschaftsbetrieb wird seit dem 1. Januar 1996 nach den Grundsätzen des Biolandbaus (Richtlinien BIO SUISSE und kagfreiland) bewirtschaftet. Ökologisches Gleichgewicht ist im Murimoos mehr als nur ein Schlagwort. Die Umstellung auf Biolandbau stützte sich aber nicht nur auf ökologische sondern auch auf ökonomische Überlegungen. Ökologie und Ökonomie schliessen einander nicht aus!

Mit der Umstellung wurden drei Ziele verfolgt:
- Umweltschonende, artgerechte Produktion
- Ökologische Aufwertung des Betriebes
- Marktgerechtes Verhalten


Nähere Angaben zum Landwirtschaftsbetrieb
Gutsbetrieb Murimoos
95 ha
- Landwirtschaftliche Nutzfläche
86 ha
Alpbetrieb “Schaftelenmoos” in Flühli LU
50 ha
- Weiden
36 ha
- Wald und unproduktive Fläche
14 ha


Gliederung der landwirtschaftlichen Nutzfläche
Naturwiesen, Kunstwiesen, Weiden
57 ha
Ackerbau
15 ha
Gemüsebau
8 ha
Ökologische Ausgleichsflächen (Biotop, Hecken etc.)
13 ha
Fruchtfolgefläche (Ackerbau, Gemüsebau, Kunstwiese)
34 ha


Tierhaltung
Rindviehhaltung
- 80-90 Angus-Mutterkühe mit Jungtieren
- 4 Highland Cattle-Mutterkühe mit Jungtieren (Nutzung von Grenzertragsböden)
Schweinehaltung (156 Mastschweinplätze)
Schafhaltung (50 Mutterschafe)
Hühnerhaltung (80 Legehennen)
Pferdehaltung (2 Freibergerstuten)



Ökologische Leistungen im Murimoos

Zur Institution MURIMOOS werken und wohnen gehört ein biologischer Landwirtschaftsbetrieb von 83ha. Darauf wird nicht nur Ackerbau, Futterbau und Gemüsebau betrieben, es wird auch eine Vielzahl von ökologischen Leistungen vollbracht. Das Murimoos ist wohl eine der artenreichsten Flächen der Gegend, sowohl was die naturnahen Ausgleichsflächen betrifft, wie auch bei den Kulturflächen.

Wiese

Buntbrache

1,5km Buntbrachestreifen, 1,3km Niederhecken mit vielen Dornenbüschen wie Weissdorn, Schwarzdorn, Kreuzdorn und Heckenrosen sowie 52 Feldbäume mit Dornensträuchern als Unterholz bilden die Hauptstruktur für die Vernetzung der unterschiedlichen Lebensräume. Hasen, Wiesel, Igel, Kröten, Frösche, Schlangen und Schleichen, sowie eine Vielzahl an Vögeln und Insekten finden dort ein Versteck, einen sicheren Brutplatz und Nahrung.

4,3ha Magerwiesen werden erst nach der Hauptblüte der meisten Wiesenblumen und Gräser (ab 15. Juni) geschnitten und zu wertvollem Ökoheu getrocknet. Dabei lassen wir einen Teil der Blumen stehen, damit die Insekten weiterhin Nahrung finden und die Feldlerche ihre Brut durch bringt. Es ist aber nicht immer einfach, die wertvollsten Stellen auszuwählen, insbesondere die Feldlerchennester findet man nur per Zufall oder nach längerer Beobachtung.


Grünspecht

Goldammer

Vor allem im Winter pflegen wir die ca. 2ha grosse Naturschutzfläche mit Weihern, Tümpeln, wechselfeuchten Riedstreifen, Kieshaufen und Dornensträuchern. Es gilt, das Gelände vor der Verwaldung zu bewahren, da die offenen Geländebereiche viel artenreicher sind. Ganz offen darf das Gelände aber auch nicht sein, weil sonst die Störche die ganze Amphibienvielfalt dahinraffen. Störche hat es dieses Jahr so viele wie noch nie, trotz des durch die Trockenheit mageren Futterangebotes.


Hecke

Füchse

Flachmoor

Zauneidechse

Buntbrachen und Bachufer zeigen sich im Juni in ihrer vollen Blütenpracht, und in den Hecken zwitschert es aus den vielen Nestern der Jungvögel. Im renaturierten Flachmoorbereich neben der Kompostierungsanlage gedeiht manch seltene Blumenart, wobei die typischen Bewohner der wechselfeuchten Flora dieses Jahr nicht die Oberhand behalten konnten, wegen der anhaltenden Trockenheit. /mz






Artenvielfalt im Obstgarten





Das Murimoos hat einen Obstgarten mit mehr als 20 alten Kirsch-, Birn- und vor allem Apfelbäumen. Dieser Baumbestand erfreut uns im Frühling mit seiner Blütenpracht, dient im Sommer den frisch gekalbten Mutterkühen mit ihren Kälbern als schattiger Auslauf und trägt im Herbst und Winter mit seinem reichhaltigen Früchteangebot zum leiblichen Wohl der Menschen, die im Murimoos arbeiten und essen bei.
Unter den Apfelbäumen hat es auch eine alte, fast vergessene Sorte. Ihr Name: Transparent. Sie soll die beste Sorte für 'Öpfelchuechli' sein.

Alte Hochstamm Obstsorten, jede mit einem besonderen Geschmack und mit ganz unterschiedlicher Verwertungsmöglichkeit, bilden eine Genreserve, für neue Züchtungen. In der Schweiz sind bereits über tausend Apfelsorten gefunden worden. Mit diesem vielfältigen Reservoir wird zur Zeit intensiv geforscht, um Feuerbrand tolerante oder gar resistente Sorten zu züchten. Auch bietet ein reichhaltiges Sortenangebot eine gewisse Sicherheit bei künftig extremeren klimatischen Schwankungen.
    
Hochstamm Obstgärten bereichern und strukturieren die Landschaft. Von der Krautschicht, über den Stamm mit Borke, Totholz und Baumhöhlen, zu den weit verzweigten Ästen und dem Baumwipfel, wird eine breite Palette an unterschiedlichen Lebensräumen angeboten. In der Schweiz leben etwa 40 Brutvogelarten in Obstgärten, darunter Gartenrotschwanz und Steinkauz, aber auch Fledermäuse und Siebenschläfer. Bei den Insekten, Spinnen und Tausendfüsslern sind es sogar über tausend Arten, darunter viele Wildbienen, Hornissen und Wespen.
Die traditionelle Bewirtschaftung der Hochstamm Obstgärten und die Verwertung des Obstes gehören zu unserer Kultur und stellen ein Sinn stiftendes Handwerk dar. Dies wirkt sich in der Arbeit mit den benachteiligten Menschen positiv auf ihre Krankheitsgeschichte aus.





kagfreiland - Die schweizerische Nutztierschutz-Organisation