Einblicke ins Leben – Murimoos aus Sicht der Klienten

Seit Januar 2018 wohne und arbeite ich im Murimoos. Davor war ich in einer Anlehre zur Gastronomiefachfrau. Leider entschied die IV das Lehrverhältnis aufzulösen, weil ich zu viele Fehlstunden hatte. Mit dem Abbruch der Ausbildung verlor ich auch den Wohnplatz. Hier weiterlesen.

 

Es war damals nicht möglich zu den Eltern zurückzukehren und so gewährte mir meine Schwester kurzfristig Unterschlupf. Auf der Suche nach einem neuen Wohn- und Arbeitsplatz wurde ich unterstützt von der Beiständin meines Schwagers. Diese kannte Murimoos und fand, es wäre für mich geeignet. An einem Vorstellungsgespräch in der Institution konnte ich mich davon überzeugen, dass das Angebot meinen Bedürfnissen entspricht.
Ich wohne in einem eigenen Zimmer im Frauenbereich. Wir haben einen Aufenthaltsraum mit einer kleinen Küche. So kann ich mir hie und da selbst etwas kochen. Ich mache auch meine Wäsche selbst und reinige mein Zimmer. Ich geniesse es, diese Möglichkeiten zu haben, so kann ich an meinem Fernziel --selbständig zu wohnen - arbeiten. Murimoos bietet wohnen mit Betreuung in Aussenwohnungen an und ich hoffe bis in einem Jahr selbständig genug zu sein, um in diese Wohnform zu wechseln. Ich könnte dann selbst haushalten und weiterhin im Murimoos arbeiten. Den Arbeitsweg würde ich mit dem Fahrrad machen und im Winter mit dem Murimoos-Shuttlebus.
Da ich schon Erfahrung in der Gastronomie habe, war es für mich klar, auch im Murimoos wieder in diesem Bereich zu arbeiten. Ich arbeite an zwei Arbeitsplätzen: im internen Selbstbedienungsrestaurant, wo es zu meinen Aufgaben gehört, die Regale aufzufüllen, abzuwaschen, die Tische zu reinigen und bei Anlässen zu servieren. In der Küche helfe ich mit beim Herstellen der Backwaren, mache Mise en Place, wasche ab und übernehme auch andere Putzarbeiten. An beiden Arbeitsplätzen fühle ich mich wohl. In der Küche arbeite ich mit zwei jungen Frauen zusammen, mit denen ich mich auch in der Freizeit treffe. Wir sind ein tolles Team.
Im Restaurant wie auch in der Küche fühle ich mich gut betreut durch die Arbeitsagogen. Ich finde es gut, dass ich neue Sachen lernen kann und es macht die Arbeit interessant.
In der Freizeit treffe ich mich mit Freunden in Muri oder in Winterthur, auch den Kontakt zu meiner Familie pflege ich. Regelmässig gehe ich ins Fitnessstudio. Ich bin gerne unterwegs, im Ausgang. Toll wäre es, wenn der Shuttlebus auch am Abend fahren würde. So muss ich das Fahrrad nehmen oder zu Fuss gehen und dies ist im Winter nicht so angenehm.
Seit ich im Murimoos bin, bin ich selbständiger geworden. Ich versuche meinen Tag zu strukturieren und es entwickelt sich eine Routine. Unterstützt werde ich bei diesen Schritten von den Betreuungspersonen. Hilfreich ist auch, dass es im Murimoos medizinische Unterstützung gibt. Es ist jederzeit jemand hier der mir helfen kann, wenn ich etwas brauche.
Murimoos ist für mich im Moment der richtige Ort. Ich habe aber das Ziel, eigenständig zu leben und hoffe, dass mir das schon bald gelingt.

R.W. 23 Jahre